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Torbjörn Åkerstedt


Torbjörn Åkerstedt ist Professor am Karolinska Institutet und am Stress Research Institute, wo sich als Teil einer Forschungsgruppe mit Stress, Schlaf, Erholung und insbesondere mit der Rolle des Schlafes bei der Regulierung von Müdigkeit befasst. Dies schließt auch vorbeugende Maßnahmen wie z. B. Stressbewältigung, Schlafberatung sowie Weckrufe.

Torbjörns Forschungsgebiete sind hauptsächlich: Schlafregulierung, Stress und Schlaf, Schlafqualität, Arbeitszeit und Gesundheit, Schläfrigkeit und Sicherheit sowie die Art der Schläfrigkeit.

Torbjörn ist außerdem stellvertretender Direktor des Stockholmer Stresszentrums.

Fragen und Antworten zu Schlaf und Schlafproblemen


Warum musst du schlafen?
- Weil dann die biologische Erholung vor allem des Gehirns stattfindet.

Welche Art der Wiederherstellung wird durchgeführt?
- Die Kraftstoffversorgung des Gehirns wird wieder aufgefüllt, der Speicher wird konsolidiert und unnötiger Speicher wird gelöscht. Unerwünschte Nebenprodukte aus dem Energiestoffwechsel des Gehirns werden beseitigt. Das emotionale Gleichgewicht wird wiederhergestellt.

Wie lange solltest du schlafen?
- Individuell, aber eine Richtlinie ist 8,5 Stunden für 20-Jährige und 6 Stunden für 60-Jährige. Es gibt jedoch einige individuelle Variationen.

Ist es gefährlich, schlecht zu schlafen?
- Ein wenig, ja. Aber wenn schon 5-6 Stunden zusammenkommen, ist das für die meisten Menschen genug.

Ist es gefährlich, überhaupt nicht zu schlafen? Ja, die Funktionsfähigkeit nimmt bereits nach wenigen Tagen dramatisch ab und auf lange Sicht werden die Folgen schwerwiegend sein. 

Wissen Sie, ob Sie zu wenig oder zu schlecht schlafen?
- Nun, oft nicht. Diejenigen, die schlecht schlafen, überschätzen im Allgemeinen die Probleme aufgrund der Schlaflosigkeit. In diesem Fall verlieren Sie bei schlechtem Schlaf die Fähigkeit, Ihren Schlaf richtig einzuschätzen. In den meisten Fällen schlafen Sie mehr als Sie denken. Solange Sie tagsüber einigermaßen wach sind, werden Sie höchstwahrscheinlich den Schlaf bekommen, den Sie brauchen.

 

Ist das Schlafmuster erblich?
- Ja, zu einem großen Teil, aber zudem können es Lebensstil und Gesundheit beeinflussen.

Welcher Teil des Schlafes ist am wichtigsten?
- Der Tiefschlaf (N3) scheint die meiste Erholung zu enthalten, aber der REM-Schlaf (Traumschlaf) wird zunehmend als wichtig für das Gedächtnis und das emotionale Gleichgewicht angesehen.

Ist Schlaf vor Mitternacht am wichtigsten?
- Nein, es ist die erste Hälfte des Schlafes, die am wichtigsten ist. In der Vergangenheit fiel diese vor Mitternacht. Mittlerweile hat sich die Schlafenszeit stark verschoben.

Können Träume verrückt machen?
- Nein, das ist ein altes Vorurteil.

Schlafen Frauen schlechter als Männer?
- Nein, nicht objektiv. Frauen berichten jedoch über mehr Schlafstörungen. Eine Erklärung könnte sein, dass Männer nicht bemerken, dass sie so schlecht schlafen wie Frauen.

Schläft man mit zunehmendem Alter schlechter?
- Ja, ein wenig, aber es scheint auch, dass der Schlafbedarf mit zunehmendem Alter abnimmt, sodass ältere (gesunde) Menschen den Schlaf bekommen, den Sie brauchen.

Wird man mit zunehmendem Alter müde?
- Nein das Gegenteil ist der Fall. Am müdesten unter den Erwachsenen sind die 20-Jährigen. Die aktivsten sind zwischen 60 und 70 Jahre alt.

Was stört den Schlaf am meisten?
- Stress und Angst, dann abweichende Arbeitszeiten und dann die Schlafumgebung (Lärm, Kinder, Hunde, Schnarcher)

Warum ist Schnarchen ein Problem?
- Weil Sie aufwachen, wenn die Atemwege blockiert sind und der Schlaf fragmentiert wird und Sie dadurch tagsüber eine hohe Schläfrigkeit bekommen. Atemstörungen im Schlaf können langfristig zu Bluthochdruck und verschiedenen Stoffwechselerkrankungen führen.

Warum schnarchst du?
- Weil die Entspannung im Schlaf dazu führt , dass die Atemwege stark kollabieren. Sollten Sie enge Atemwege haben, schnarchen Sie leicht. Übergewicht, eine große Zungenwurzel, zu viel Gewebe im Gaumen sind Gründe, warum die Atemwege enger werden. Gleiches gilt für Alkohol und Beruhigungsmittel, die beide für Entspannung sorgen.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um besser zu schlafen?
- Ein dunkles, kaltes und ruhiges Schlafzimmer. Körperliche Aktivität, regelmäßige Schlafenszeiten und die Vermeidung von Stress (insbesondere abends) sind weitere wichtige Maßnahmen sowie die Vermeidung von Nikotin und Alkohol.

Wie sieht eine Behandlung aus?
- Die Standardbehandlung ist Schlafhygiene (siehe Frage 18) oder Schlaftabletten. Die erste Wahl ist jedoch die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit, aber deren Verfügbarkeit ist relativ begrenzt.

Schlafen alle Tierarten?
- Im Prinzip scheinen sogar einzellige Organismen besondere Ruhezeiten zu haben, die man mit ein wenig gutem Willen Schlaf nennen kann.